Diese Seite hält fest, was sich heute über seine letzten Tage sagen lässt. Grundlage sind Dokumente aus dem Familienbesitz und die Kriegstagebücher der kanadischen Truppen, gegen die sein Bataillon an jenem Tag kämpfte. Zum ersten Mal lassen sich damit beide Seiten desselben Vormittags nebeneinanderlegen.
Otto Neubauer diente in der Armee eines Staates, der einen verbrecherischen Angriffskrieg führte. Diese Seite erinnert an einen Menschen und an die Umstände seines Todes. Den Krieg verklärt sie nicht.
Lebensweg
Vom Lehrer zum Bataillonsführer
Otto Paul Rudolf Neubauer wurde am 20. Januar 1904 in Ossowo im Kreis Preußisch Stargard geboren. Sein Vater war Oberpostschaffner. Otto wurde Lehrer und lebte mit seiner Frau Herta und den drei Kindern in Fürstenwalde (Spree).
Seit 1935 übte er als Reservist. Bei Kriegsbeginn wurde er zum Infanterie-Regiment 122 der 50. Infanterie-Division eingezogen. Er kämpfte in Frankreich, an der Ostfront und auf der Krim, wurde im Januar 1942 verwundet und mehrfach ausgezeichnet. Im Sommer 1943 kam er in die besetzten Niederlande, zum Grenadier-Regiment 743 der 719. Infanterie-Division.
- 1935Erste Wehrübung, Reserveoffiziersanwärter
- 26.08.1939Einberufung zum Infanterie-Regiment 122
- 01.08.1940Leutnant der Reserve, nach dem Frankreichfeldzug
- 1941–1942Zug- und Kompanieführer an der Ostfront und auf der Krim; Eisernes Kreuz I. Klasse, verwundet am 7. Januar 1942
- Juli 1943Versetzung in die Niederlande, Grenadier-Regiment 743
- 15.01.1944Führer des I. Bataillons
- 01.04.1944Hauptmann der Reserve
- 04.09.1944Sein Bataillon erreicht als erstes der Division Antwerpen
- 22.09.1944Gefallen bei Wijnegem
Mitte September 1944 in Belgien
Eine Front entsteht am Albertkanal
Anfang September 1944 brach die deutsche Front in Nordfrankreich zusammen. Am 4. September erreichten britische Panzer Antwerpen. Der größte Hafen Westeuropas fiel fast unbeschädigt in alliierte Hand, und belgische Widerstandskämpfer sicherten am selben Tag Brücken über den Albertkanal bei Merksem und Wijnegem.
Doch der Vormarsch stockte. Der Hafen war nutzlos, solange die Deutschen die Schelde-Mündung hielten. Die deutsche Führung warf in aller Eile alles an den Albertkanal, was verfügbar war: Fallschirmjäger, Reste zerschlagener Divisionen und die 719. Infanterie-Division. Diese Division hatte bis dahin an der niederländischen Küste gelegen und war für Verteidigung ausgerüstet, nicht für Bewegungskrieg. Mit ihr kam Otto Neubauers Regiment nach Belgien.
Ottos Bataillon war das erste der Division am Albertkanal. Am 4. September 1944, dem Tag, an dem britische Panzer Antwerpen erreichten, wurde die 719. Division überstürzt aus den Niederlanden nach Süden befohlen. Sie hatte kaum eigene Fahrzeuge; das Korps beschlagnahmte Busse, Züge und Privatwagen. Am Morgen meldete der Divisionsstab, dass nur Neubauers Bataillon und eine Artilleriebatterie Antwerpen noch am selben Tag erreichen könnten, weil sie schon in Steenbergen standen, rund vierzig Kilometer nördlich. Ein Obergefreiter der 4. Kompanie, also aus Ottos Bataillon, schrieb an diesem Tag in sein Tagebuch, das später in kanadische Hände fiel:
„Erhalte meine Panzerfäuste in sehr schlechtem Zustand im Hafen von Schiedam … Mit dem Zug nach Roosendaal. Von dort geht es mit der Bahn nicht weiter. Wilde Flucht entlang der Gleise und Straßen, Luftwaffe und Marine! Tausende Offiziere versuchen, ihr Leben zu retten. Marsch nach Antwerpen. Völlige Unordnung. Wir müssen den Rückzug dieser Feiglinge decken.“
Rückübersetzung aus der englischen Wiedergabe bei Jack Didden; das deutsche Original liegt in den kanadischen Akten (Intelligence Summary 99 der 1. kanadischen Armee vom 7. Oktober 1944).
Am 13. September zerschlugen deutsche Truppen einen ersten alliierten Brückenkopf bei Wijnegem. Am 16. September übernahm die 2. kanadische Infanterie-Division den Abschnitt um Antwerpen. Ab dem 17. September lief weiter östlich die Luftlandeoperation Market Garden und band Nachschub und Aufmerksamkeit. Am 18. September bezog die 5. kanadische Infanterie-Brigade mit der Black Watch, dem Régiment de Maisonneuve und den Calgary Highlanders Stellung am Südufer des Kanals bei Wommelgem, genau gegenüber von Wijnegem.
Auf der anderen Seite lag Otto Neubauers I. Bataillon. Gefangene gaben seine Stärke später mit 500 bis 550 Mann an. Der Befehl lautete, das Nordufer bis zum 25. September zu halten.
Der Schauplatz: Albertkanal bei Wijnegem
Schleusen, Wiesen, ein Schloss und ein Fort
Der Albertkanal verbindet Antwerpen mit Lüttich und wurde in den 1930er-Jahren gebaut. Östlich von Antwerpen läuft er schnurgerade durch flaches Land mit Wiesen, Wäldchen und Landgütern. Bei Wijnegem liegt eine Schleusenanlage. Ihre Tore waren im September 1944 beschädigt, und genau dort suchten die Kanadier ihren Übergang. Der Kanal ist hier rund 27 Meter breit.
Südlich des Kanals liegt Fort 1, ein Werk des alten Antwerpener Festungsgürtels. Hier stellten sich die Calgary Highlanders am Abend des 21. September bereit. Nördlich der Schleuse stand das Château Helleputte, das die Kanadier noch am Abend des 22. September als Gefechtsstand bezogen. Die Straße von Wijnegem nach Schilde überquert den Kanal direkt an der Schleuse.
Wie Otto Neubauers Bataillon am Vorabend stand, zeigt eine Lagekarte des Armeekorps vom 21. September. Das I. Bataillon hielt den rechten Flügel der Division; die Abschnittsgrenze lag unmittelbar westlich von Wijnegem. Die 4. Kompanie lag am Kanal westlich des Ortes, die 3. Kompanie östlich der Brücke an der Straße nach Schilde, die 2. Kompanie weiter östlich bei Het Speet, die 1. Kompanie Richtung Oelegem. Ottos Gefechtsstand lag nördlich von Schilde bei 's-Gravenwezel, rund drei Kilometer hinter dem Kanal, der Regimentsstab weiter östlich. Die Kanadier stießen an der Schleuse also genau auf die Naht zwischen der 4. und der 3. Kompanie.
Der 22. September 1944
Wie Otto Neubauer starb
In der Nacht zum 21. September war ein erster kanadischer Versuch gescheitert. In der folgenden Nacht kam der zweite. Um 1:30 Uhr schlich ein Stoßtrupp von acht Calgary Highlanders unter Sergeant Ken Crockett über die beschädigten Schleusentore, auf den letzten Metern über ein einzelnes Rohr. Am Nordufer ging eine Leuchtkugel hoch, deutsche Maschinengewehre eröffneten das Feuer. Crockett und seine Männer schalteten drei MG-Stellungen aus und hielten sich, bis Verstärkung nachkam.
Um 6 Uhr standen drei kanadische Kompanien auf dem Nordufer. Um 8 Uhr stellten sie an der Übergangsstelle die 3. Kompanie von Neubauers Bataillon fest. Bei Tagesanbruch griffen die Deutschen den Brückenkopf an, nach dem kanadischen Kriegstagebuch „heftig und entschlossen“. Der Angriff wurde unter schweren Verlusten abgewiesen. Den ganzen Vormittag lag der Brückenkopf unter Mörser- und Artilleriefeuer, und deutsche Gefangene „strömten herein“.
- 21.09., morgensKorps erhält Erlaubnis zum Rückzug hinter den Kanal Antwerpen–Turnhout
- 21.09., 19:30Kanadier beziehen Fort 1
- 22.09., 01:30Stoßtrupp über die Schleusentore
- 06:00Drei Kompanien auf dem Nordufer
- TagesanbruchDeutscher Gegenangriff, abgewiesen
- 08:003. Kompanie des GR 743 an der Schleuse festgestellt
- 08:55Die 719. Division meldet dem Korps: Gegenangriff mit zweieinhalb Kompanien und dem Regiments-Pionierzug; Artillerie wegen Nebel ohne Beobachtung
- 11:15Die 719. Division meldet dem Korps: Kommandeur des I./743 gefallen, der Regimentsführer führt selbst
- gegen MittagOtto Neubauer fällt
- mittagsDeutsche Artillerie zieht ab
- 16:45Abendmeldung des Korps: Brückenkopf auf zwei bis drei Kompanien verstärkt
- 19:00Kanadische Brücke über den Kanal fertig
- 23.09., frühGefechtsstand der 719. Division nach Alphen (Niederlande) verlegt
- 23.09., morgensKanadier finden das Nordufer geräumt
Gegen Mittag
Was dann geschah, beschreibt sein Regimentskommandeur zwei Tage später in einem Brief an Herta Neubauer. Otto führte sein Bataillon im Kampf um den Brückenkopf. Kurz zuvor hatte er noch mit dem Kommandeur telefoniert, der ihm seinen Pionierzug zur Unterstützung schickte. Als die Pioniere eintrafen, verließ Otto die Deckung, um sie einzuweisen. Dabei traf ihn eine Garbe aus einem Maschinengewehr.
Er lag nur fünf Meter vor dem Haus eines Kompanie-Gefechtsstands. Bergen konnten ihn seine Männer nicht mehr. Beim Versuch fiel ein Unteroffizier seines Bataillons.
Auch die deutsche Führung hielt fest, was sich am Kanal abspielte. Das Kriegstagebuch des LXXXVIII. Armeekorps, dem die 719. Division unterstand, verzeichnet am 22. September zwei Anrufe von Oberstleutnant von Rosenthal aus dem Divisionsstab. Der erste, um 8:55 Uhr:
„Feind in Stärke von 1 Kp. in Waldstück 400 m südostw. ehemaliger Brücke bei Wyneghem im Angriff längs der Strasse nach Schilde. Feuerunterstützung durch 4 Pz. südl. des Kanals. Dagegen eingesetzt 2 1/2 Kp. und 1 Rgt.-Pi.Zug 743. Eigene Artillerie kann wegen Nebel nur nach Plan schiessen. V.B. nach Einbruchsstelle unterwegs.“
Hier ist der Pionierzug des Regiments, den der Brief an Herta Neubauer nennt: Bosselmann hatte ihn zusammen mit zweieinhalb Kompanien gegen den Brückenkopf angesetzt, und Otto fiel, als er diesen Zug einweisen wollte. Der Nebel, der die eigene Artillerie zum Schießen „nach Plan“, also ohne Beobachtung, zwang, ist derselbe, von dem die kanadischen Berichte sprechen. Gut zwei Stunden später der zweite Anruf, um 11:15 Uhr:
„Feind hat Brückenkopf bei Wyneghem auch nach Westen erweitert und steht jetzt nach jeder Seite etwa 1 km vor der Brückenstelle. Stärke etwa 2 Kp. Fahrzeuge bisher noch nicht beobachtet. Feuerschläge feindlicher Art. an die Ränder der bisherigen Einbruchsstelle. Es hebt sich die Tendenz ab, dass der Gegner versucht, Brückenkopf unter allen Umständen zu halten und zu erweitern. Btl.-Kdr. I./743 gefallen. Der Rgt.-Fhr. ist vorn und führt selbst.“
Zwei Sätze in der nüchternen Sprache des Stabes: Der Kommandeur des I. Bataillons war tot, und der Regimentsführer, Oberst Bosselmann, hatte sich nach vorn begeben und führte selbst. Um 11:15 Uhr lag die Meldung beim Korps vor; Otto war also kurz zuvor gefallen, an einem Vormittag, den das Korps als „bedeckt“ vermerkte. Schon um 16:45 Uhr meldete das Korps dem Fallschirm-Armeeoberkommando 1, der Brückenkopf sei auf zwei bis drei Kompanien verstärkt; die eigenen Stellungen lagen unter Artilleriefeuer, Panzerbeschuss und Bordwaffen. Die Tagesmeldung um 19:30 Uhr wiederholt den Befund. Damit ist sein Tod aus drei voneinander unabhängigen Quellen belegt: dem Brief des Kommandeurs, den kanadischen Akten und dem Kriegstagebuch des Korps. Das Kriegstagebuch nennt ausdrücklich das I. Bataillon.
Sehr verehrte gnädige Frau!
Ein für Sie und uns erschütterndes Ereignis gibt mir Veranlassung, Ihnen zu schreiben. Ihr teurer Gatte, Hptm. Neubauer, ist am 22.9.44 mittags im Kampf an der Spitze seines Btl. gefallen. Ich hatte noch kurze Zeit vorher mit ihm telefoniert und sandte ihm meinen Pionier-Zug zur Unterstützung. Todesmutig hat er sich dann aus der Deckung begeben, um den Pi.-Zug einzuweisen, und wurde dabei von einer M.G.-Garbe erfaßt, die seinem heldenhaften Leben ein Ende bereitete. Obwohl Ihr Gatte nur 5 m von dem Hause eines Kp.-Gefechtsstandes lag, war es nicht möglich, ihn zu bergen, sodaß wir unserem Kameraden nicht einmal die letzte militärische Ehrung zuteil werden lassen konnten. Bei dem Bergungsversuch fiel noch ein Uffz. seines Btl.
Sehr verehrte Frau Neubauer, ich weiß, daß ich Ihnen keinen Trost bieten kann, hoffe aber, daß Sie im Vertrauen auf unsern Gott und in dem Bewußtsein, daß Ihr Mann einen schönen Soldatentod gestorben ist, Ihren Schmerz überwinden werden!
Wir stehen weiterhin im schwersten Kampf, sehen aber mit Vertrauen in die Zukunft. Unser Kamerad Neubauer ist nicht umsonst gefallen, er lebt in unser aller Herzen weiter.
In tiefer Anteilnahme
Ihr ergebener Bosselmann, Oberst u. Rgt.-Kdr.
Der Unterzeichner ist Oberst Bosselmann, Kommandeur des Grenadier-Regiments 743; in der Abschrift ist der Name als „Borflmann“ verschrieben. Solche Briefe folgten festen Formeln („schöner Soldatentod“, „nicht umsonst gefallen“). Die konkreten Einzelheiten decken sich aber mit den kanadischen Akten und mit dem Kriegstagebuch des Armeekorps.
Was die Kanadier notierten
Die Nachrichtenoffiziere der 5. kanadischen Brigade kannten ihren Gegner beim Namen. Ihr Lagebericht vom Nachmittag des 22. September nennt „capt Neubauer“ als Bataillonskommandeur. Der Bericht vom 28. September meldet ihn als gefallen:
„CAPT NEUBAUER comd I BN 743 GR believed killed in counter attack against our brhead … identified by paybook and identity disc“
Übersetzt: Hauptmann Neubauer, Kommandeur des I. Bataillons des Grenadier-Regiments 743, gefallen beim Gegenangriff auf den Brückenkopf, identifiziert anhand von Soldbuch und Erkennungsmarke. Sein Körper war im Gelände geblieben, das nun die Kanadier hielten. Offenbar nahmen sie Soldbuch und Erkennungsmarke an sich. Ein Befehl der Brigade vom 20. September verlangte ausdrücklich, die Soldbücher gefallener Gegner zu sichern und zurückzumelden.
Auch die Kanadier bezahlten den Brückenkopf teuer: Die Calgary Highlanders verloren am 22. September 15 Tote und 34 Verwundete.
Der Rückzugsbefehl
Was Otto und seine Männer an diesem Vormittag nicht wissen konnten: Ihr Kampf galt einer Linie, die schon aufgegeben war. Am Morgen des 21. September hatte Feldmarschall Model dem Korps erlaubt, sich hinter den Kanal Antwerpen–Turnhout zurückzuziehen, um Kräfte gegen den alliierten Vorstoß bei Eindhoven freizumachen. Der Korpskommandeur, General Reinhard, beschloss, das Absetzen am Abend des 22. September bei Dunkelheit zu beginnen.
Die deutsche Artillerie musste am nächsten Morgen in neuen Stellungen stehen und war deshalb schon am Mittag des 22. abgezogen. So erklärt sich, was die Kanadier am Nachmittag verwunderte: Das Mörser- und Artilleriefeuer verstummte, und die Pioniere konnten ungestört ihre Brücke bauen. Nach außen hielt das Korps an der Parole fest: Seine Tagesmeldung vom Abend des 22. September lautet „Halten der Stellung“, die Abriegelung des Brückenkopfs sei „im Gange“. Dieselbe Meldung nennt aber schon die neuen Gefechtsstände, alle in den Niederlanden: das Korps in Dongen, die 719. Division ab dem frühen Morgen des 23. September in Alphen. Am Morgen des 23. September fanden die Kanadier das Gelände nördlich des Kanals geräumt. Das Regiment 743 kämpfte eine Woche später bei Merksplas weiter und verlor dort erneut Dutzende Männer.
Nach dem 22. September
Ein unbekannter Soldat und ein Kreuz mit Namen
Herta Neubauer erhielt den Brief des Kommandeurs im Oktober 1944 als beglaubigte Abschrift. Im Dezember folgte die Nachricht, dass ihr Mann nachträglich mit Wirkung vom 1. September 1944 zum Major der Reserve befördert worden war.
Vermutlich deshalb trug der Tote nichts mehr bei sich, woran man ihn hätte erkennen können. Als Ottos Bruder Paul nach dem Krieg über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach ihm suchte, kam 1951 die Antwort: In Belgien war sein Name unbekannt. Bei Wijnegem waren zwölf unbekannte deutsche Soldaten bestattet worden, die man ohne Erkennungsmarken nicht identifizieren konnte. Sie waren nach Lommel umgebettet worden, in Block 51. „Es ist anzunehmen, daß unter diesen sich auch Ihr Bruder befindet.“
Heute trägt ein Kreuz auf dem Deutschen Soldatenfriedhof Lommel in Block 51 seinen Namen, seinen Dienstgrad und seine Lebensdaten. Wann und auf welchem Weg er dort namentlich zugeordnet wurde, ist in den Familienunterlagen nicht überliefert.
Quellen
Familienbesitz
- Wehrpass, Kriegsstammrolle, Versetzungsausweis vom 23.07.1943, Besitzzeugnisse
- Brief des Regimentskommandeurs vom 24.09.1944 (beglaubigte Abschrift, Fürstenwalde, 24.10.1944)
- Mitteilung des Wehrbezirkskommandos Frankfurt (Oder) vom 11.12.1944
- Schreiben des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge an Paul Neubauer vom 02.03.1951
- Fotografien: Porträt in Uniform, Grabkreuz früher und heute
- Fotografie des Familiengrabs Gerlach auf dem Friedhof in Fürstenwalde
Archive und Karten
- Library and Archives Canada: War Diary der Calgary Highlanders, September 1944, mit den Lageberichten der 5. kanadischen Infanterie-Brigade (Digitalisat e011384059)
- GSGS 4040, France and Belgium 1:50.000, Blatt 24 & 34 „Brecht–Lierre“, 1. Auflage 1943
- Kriegstagebuch LXXXVIII. Armeekorps, Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg, RH 24-88: Eintrag vom 22.09.1944, S. 535–540 (Anrufe 8:55 und 11:15 Uhr, Tagesmeldung 19:30 Uhr, Lagebeurteilung); Eintrag vom 04.09.1944, 09:30 Uhr, zitiert nach Didden
- Anlagen zum Kriegstagebuch LXXXVIII. Armeekorps, RH 24-88/99: Abendmeldung vom 22.09.1944, 16:45 Uhr, an Fallschirm-AOK 1 (Anlage B 305, Bild 310)
- Einsatzakten LXXXVIII. Armeekorps, RH 24-88/101: Lagekarte „Einsatz 719. I.D., Stand 21.9.1944“ (Bild 69)
- Karl Sievers, 719. Infanterie-Division (August – 18. September 1944), NARA, Foreign Military Studies, MS B-004 (zitiert nach Didden)
- First Canadian Army, Intelligence Summary 99 vom 07.10.1944, mit dem erbeuteten Tagebuch eines Obergefreiten der 4./GR 743 (zitiert nach Didden)
Literatur
- Jack Didden, Fighting Spirit. Kampfgruppe Chill and the German recovery in the West between 4 September and 9 November 1944, Dissertation Radboud Universiteit Nijmegen 2012, S. 57–58, 67, 162, 209–210 (online)
- Mark Zuehlke, Terrible Victory. First Canadian Army and the Scheldt Estuary Campaign, September 13 – November 6, 1944, Vancouver 2007, S. 93–100
Weiterführend
Fürstenwalde
Ein Stein in der Heimat
Otto Neubauer liegt in Lommel. Erinnert wird an ihn aber auch dort, wo er gelebt hat. Auf dem Friedhof in Fürstenwalde steht das Grab der Familie Gerlach, der Eltern von Herta. Neben dem Stein mit den Namen von Elise und Otto Gerlach tragen zwei kleinere Tafeln die Inschriften für ihren Schwiegersohn und ihren Sohn Erwin.
Die linke Tafel lautet: „Unserem Schwiegersohn Otto Neubauer, Lehrer, * 20.1.1904, gef. 22.9.1944 vor Antwerpen als Major u. Batls.-Kommdr.“ Auch Herta Neubauer, die ihren Mann um viele Jahrzehnte überlebte, ist hier bestattet. Ihr Name steht auf dem Familienstein.
Über dem Grab steht ein schlichtes Kreuz mit den Worten aus dem Matthäusevangelium: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage.“